Landesverband
der
Justizvollzugsbediensteten Hessen

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Impressionen vom 57. Landesgewerkschaftstag

 

Der 57. Landesgewerkschaftstag fand am 17. Oktober 2014 im Bürgerhaus in Butzbach statt:

 

                                                         



 

Die Eröffnungsrede der Landesvorsitzenden des BSBD Hessen, Birgit Kannegießer, hier in Auszügen

 

 

Sehr geehrte Frau Ministerin,

im vergangenen Jahr haben wir hier Staatsminister a.D. Jörg-Uwe Hahn verabschiedet. Zum Zeitpunkt unseres


 

Gewerkschaftstages 2013 letzten November war allerdings noch völlig unbekannt, in welcher Koalition Hessen zukünftig regiert werden würde und wer Hahns Nachfolge antreten würde. Klar war nur, dass Jörg-Uwe Hahn den Ministerstuhl verlassen muss. Wir haben Herrn Hahn deshalb zum Abschied ein schwarz-rot-grün-gelb-dunkelrotes Staffelholz überreicht. Ober er es weitergegeben hat, wissen wir natürlich nicht.

 


 

In diesem Jahr begrüßen wir nun Sie, Frau Kühne-Hörmann, als unsere neue Justizministerin

Unsere Spezialität als Gewerkschaft im Strafvollzug ist das Beschenken unserer Hausspitze, hier mal nicht mit Schlagzeilen sondern mit echten Geschenkgaben.

 


 

So verschenkten wir in den vergangenen 5 Jahren beispielsweise einen schwarz-gelben Leuchtturm zur Mahnung in Bezug auf unser hessisches Leuchtturmprojekt, die teilprivatisierte JVA Hünfeld. Und ich erlaube mir, zu bemerken, dass jegliche Leuchtflamme und jegliche Feierlaune zu diesem Projekt mittlerweile offensichtlich erloschen sind.


 

Dann gab es mal eine echte alte Schlussleuchte von der Deutschen Reichsbahn, weil Hessen das Schlusslicht bei der Arbeitszeit ist. Nur Hessens Beamte arbeiten 42 Stunden in der Woche. Und das im Übrigen immer noch – auch im 11. Jahr der Operation Sichere – umgangssprachlich düstere - Zukunft.

 


 

Schließlich gab es noch eine Uhr, gestellt auf 5 vor 12. Das war damals unser Appell in Bezug auf die Arbeitsplatzsituation im hessischen Justizvollzug.

 

 

Bei der Frage, mit was wir sie, Frau Kühne-Hörmann, als neue Ministerin für das Justizressort hier begrüßen, stießen wir auf eine ihrer Freizeitaktivitäten; Ihr Mann ist Commodore des Yachtclubs Kassel, ihre Tochter ist erfolgreich im Bootssport und die Kasseler Kollegen berichteten mir, dass in ihrem Garten sogar eine entsprechende Fahne am Mast wehe.

 


 

Was liegt da näher, als Ihnen, Frau Ministerin, quasi als neuer Flottenkommandeurin der hessischen Justizvollzugsflotte, zur Begrüßung auf den Vollzugsplanken eine passende Kapitänsmütze für den hessischen Justizvollzug aufzusetzen und


 

ihnen darüber hinaus das passende Boots-Steuerrad zu überreichen. Im Namen des BSBD Hessen wünsche ich Ihnen für diese Aufgabe alles erdenklich Gute.

 


 

Sie haben nun auf unserer Brücke das Kommando übernommen. Sehen wir das also mal ganz bildlich:
 


 

Sie steuern jetzt eine Flotte mit 16 Schiffen und einem Aus- und Fortbildungsschiff. Nein, Traumschiffe, flotte Yachten und dergleichen, das darf ich ihnen gleich verraten, sind leider nicht dabei, trotzdem ist der Törn auf unserer Flotte stets kurzweilig, wir haben – und das ist in der Regel recht bedauerlich - immer irgendwelche Überraschungen für unsere Kommandobrücke parat.

 


 

Auf jedem der 17 Schiffe sitzt ein Kapitän; in der Vollzugsflotte gibt es spannenderweise schon eine ganze Reihe von Kapitäninnen. Im höheren Dienst brauchen wir fast schon eine Männerquote. Einige von den amtierenden Kapitänen sitzen heute in der Reihe hinter ihnen, Frau Ministerin.

 


 

Neben ihnen wiederum sitzen die Admiräle ihrer Brücke, das sind die Kollegen der Flottenadmiralität Justizvollzug, Ihrer Fachabteilung im Ministerium.

Übrigens: Flottenadmiräle und Schiffskapitäne glauben beide, die besseren Steuerleute zu sein und den Vollzug am besten lenken zu können.


 

Sie ringen stets um die Frage, wer nun die unentbehrlichere Funktion besetze und die richtigste Entscheidung treffe.

Die Admiralität behauptet stets, dass ohne sie kein Schiff führe. Die Kapitäne und Kapitäninnen erleben das völlig anders. Sie hassen den immerwährenden Torpedobeschuss von oben.


 

Neben Ihrer Admiralität wiederum sitzen die Lotsen aus der Politik, wobei die mit unterschiedlich farbigen Fähnchen winken und offensichtlich unterschiedliche Vorstellungen vom optimalen Kurs der Flotte vertreten. Aber was soll`s. Festzustellen ist, dass die entscheidenden Lotsenfahnen jetzt schwarz und grün eingefärbt sind. Wer nun glaubt, die Flotte könne mit dieser Besetzung Fahrt aufnehmen, den Kurs halten, um unsere gegenwärtig fast 4.650 Passagiere gut und sicher über die Vollzugssee zu scheppern, der irrt natürlich heftig. Denn ohne eine kompetente und engagierte Crew mit unterschiedlichen 


 

Kompetenzen geht auf der hessischen Vollzugsflotte mit 100%-iger Garantie gar nichts. Wir haben Sicherheits- und Servicepersonal auf den Decks, beim Empfang, in den Mastbäumen, bei den Segeln, wir brauchen Maschinisten und Technikpersonal, wir betreiben schließlich die Bordküche und die Versorgung, den Einkauf, die Buchhaltung und diverse Schiffslazarette – und wir sorgen schließlich für eine sinnvolle Beschäftigung unserer Passagiere. Ohne dieses Personal bewegen Sie kein Schiff auch nur einen Meter – jedenfalls nicht gezielt.


 

Allenfalls könnte das Schiff sozusagen willenlos auf dem Meer treiben. Solche Schiffe sind dann allerdings schnellstens dem Untergang geweiht. Die Meere sind voll von untergegangenen Schiffen.  Denn zwischen den Wellen gibt es noch Poseidon, den Gott des Meeres, der allzugerne auf den Schaumkronen reitet. Diese Gewalt wird tosend vertreten durch Presse und Medien. War gerade noch Sonnenschein, peitschen plötzlich die Wogen hoch, und das Schiff liegt schräg im Sturm. Da gilt es, das gesamte Team zu vereinen, um im öffentlichen Sturm zu bestehen, Frau


 

Flottenkommandeurin Kühne-Hörmann, liebe Schiffskapitäninnen und Schiffskapitäne in der Reihe hinter unserer Ministerin. In der Praxis erleben wir das leider häufig etwas anders.

Es fehlt deshalb noch eine ganz besondere Kraft auf den Schiffen und auf der Flottenbrücke, eine Kraft, die wirkt wie ein guter Geist, die aber auch gefürchtet ist, ganz besonders, wenn sie geht, wenn sie das Schiff verlässt: das, sehr verehrtes Publikum, sehr geehrte Frau Flottenkommandeurin, das ist der Klabautermann.


 

Der Klabautermann ist der Schiffskobold, der Segelschiffe begleitet und mit seinem Kalfaterhammer auf Schäden hinweist oder sie ausbessert. Der Klabautermann ist meist gutartig, doch neckt und stört er zuweilen die Besatzung. Er verfügt über außergewöhnliche Kräfte, weiß Unwetter vorherzusagen, er alarmiert dann den Kapitän und die Crew. Verlässt der Klabautermann das Schiff, ist es dem Untergang geweiht.

 


 

Deshalb fürchten die Seemänner ihn auch, weil er großes Unheil verkündet. Doch wo Kapitän und Mannschaft fleißig und gerecht sind, da bleibt er und hilft. Lautstark klopft er mit seinem Kalfaterhammer das Holz nach undichten und faulen Stellen ab, so dass auch Kapitän und Schiffszimmermann es hören. Undichte Ritzen zwischen den Planken kalfatert er ganz unbemerkt selbst mit diesem speziellen Werkzeug. Hört er jedoch auf zu klopfen, hat er das Schiff bereits verlassen und ein Jeder weiß, jetzt steht es schlecht um das Schiff.

Wer kann diese Aufgabe besser erfüllen auf den Vollzugsschiffen als der Bund der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands, der BSBD?

Als Vorsitzende der Klabautermänner habe ich deshalb heute meinen Hammer mitgebracht. Hier ist er!


 

Allerdings unterscheiden wir BSBD-Vollzugsklabauter uns etwas von den Schiffsklabautern: wir sind nicht nur deutlich hörbar, wir sind auch sichtbar - nicht nur für die Flottenkommandeurin samt ihrer Admiralität und für ihre Schiffskapitäne, sondern auch für die Lotsen und für Poseidon, den Gott des Meeres und seiner Wogen.


 

Wir weisen nicht nur auf die Gefahren hin, es ist uns ein ganz besonderes Anliegen, die Flottenkommandeurin samt ihrer Admiralität, die Lotsen, die Schiffskapitäne und auch gelegentlich Herrn Poseidon darüber zu informieren, wie es der Vollzugs- Crew auf all ihren Positionen so geht.

 

Dafür, Frau Ministerin, haben wir alle heute unsere gewerkschaftlichen


 

Kalfaterhammer mitgebracht, um Sie, als neue Flotten-kommandeurin auf die dringend aufzubereitenden Schäden an Ihrer Flotte hinzuweisen.

Kolleginnen und Kollegen, packt mal die Hämmer aus und lasst mal hören!  

Und als Vorsitzende des Klaubauterrates fällt mir heute die Verantwortung zu, hier nun sehr deutlich zu klabautern!

 

Während des lautstarken "Gehämmers"


 

  [Rede weiter lesen...]

 


 

Ehrengäste
und Delegierten auf dem Landesgewerkschaftstag

 


 
 


 

 

 


 

Verabschiedung von Kollegen Friedhelm Förster, der am Landesgewerk-schaftstag 2013 nicht mehr zur Wahl angetreten ist aus gesundheitlichen Gründen


 
 

 

Der Landesvorstand des BSBD Hessen, Kollegin Kannegießer, Kollege Pfeifer, Hessler, Kowalski, Ruf, Horn (hinter dem Auslöser), Gerber und Kollegin Peil


 

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann ging auf die Begrüßungsrede ein

 

 


 

Ein Klares Bekenntnis gab es unter anderem zum Gefängnisstandort Limburg zu hören


 

 


 

 


 

 


 
 

 
 

 
 

 
 

 

 


 

Die Presse von RTL-Hessen und von der Butzbacher Zeitung waren anwesend


 

Die DBB-Landesvorsitzende, Kollegin Ute Wiegand-Fleischhacker bei der Vorbereitung auf ihre Rede


 

Ehrengäste des BSBD Hessen und Vertreter des Hessischen Landtags

 

 

Grußwort von MdL Hugo Klein, CDU

 


 

Grußwort von MdL Heike Hoffmann, SPD

 


 

MdL Karin Müller,
Bündnis 90 Die Grünen

 

 

 

 


 

Blick ins Plenum

 



 

MdL Marjana Schott,
Die Linke

 

 

Die DBB-Landesvorsitzende, Ute Wiegand-Fleischhacker während ihres Grußwortes


 

Der Landesvorstand des BSBD Hessen


 

Großes Lob für den BSBD Hessen als Einzel-gewerkschaft im Dachverband des dbb


 

 


 
 

 

Nach dem Interview im Foyer


 

Kollege Heinz-Dieter Hessler, Ehrenvorsitzender des BSBD Hessen, erläutert die geplante Beitragserhöhung zum 01. Januar 2015, die danach einstimmig beschlossen wurde von allen Delegierten


 

Die Delegierten des BSBD Ortsverbands Wiesbaden, Dieburg, Darmstadt, Gelnhausen, Rockenberg, Limburg, Schwalmstadt und
Frankfurt 1 und in der


 

rechten Bildhälfte die Delegierten aus Butzbach, Gießen, Kassel 1 und Kassel 2, aus Frankfurt 4, Fulda, Hünfeld und Weiterstadt waren vertreten



 

Auch die Fachgruppe des Werkdienstes, des mittleren, gehobenen und höheren Vollzugs- und Verwaltungsdienstes, des Sozialdienstes und des pädagogischen Dienstes,


 

der Schwerbehinderten, der Frauen wurden vertreten

 

Fotos: Michael Horn und Peter Kannegießer

 


 

 

 

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